Criminal Vol. 5 1-12 (Brubaker/Phillips)


Es Brubaker und Sean Phillips haben sich mit Phillips’ Sohn Jacob einen neuen Einfärber ins Boot geholt, der die bewährte Elizabeth Breitweiser ablöst. Leider. Ansonsten bleibt es beim Bewährten: In den 80ern sind Männer noch harte Typen, Frauen durchtriebene Verbrecherinnen, Whisky und Zigaretten immer im Bild, dafür Smartphones und ihre Geschlechterrolle ablehnende Jugendliche nicht vorhanden.

Statt einer epischen Geschichte gibt es über das Dutzend Hefte eine fast epische Geschichte, einen Zweiteiler (Gesammelt in ‚Bad Weekend‘) und zwei Einzelgeschichten, die allesamt durch die Protagonisten ineinandergreifen. Das acht Ausgaben lange Epos ‚Bad Summer‘ entschädigt für die unbefriedigend offenen Kurzstücke.

In der Gesamtschau vorzügliche Unterhaltung. Dialoge, die kein Wort zu viel enthalten und auf den Punkt treffen, multiperspektivisches Erzählen, dass der Räuberpistole Tiefe verleiht und das aus vorherigen Runs bekannte Artwork, das trotz neuer Farben immer noch stimmig düster die Härte und Hoffnungslosigkeit des klein- bis mittelständischen Verbrechermilieus einfängt. Bonuspunkte für ‚Joy Division‘-Referenzen.

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