Jenny Finn 1-4 (Mignola & Nixey/Nixey & Dalrymple)

Dave Stewarts Farben stehen dem Mignola-Frühwerk gut. Troy Nixey fängt das viktorianische London wundervoll in all seiner Häßlichkeit ein. Zu Zerrbildern zerbeulte Gesichter, zerbeulte Körper und jede Menge vielpoppiger Tentakel. Mal wieder ein Hurenmörder, aber auch eine Fischseuche, die Menschen mutieren lässt, dass es Charles Burns eine helle Freude wäre. Doch es ist Stimmung statt Substanz. [Weiterlesen]

Outlaw Nation 1-19 (Delano/Sudzuka)

 

Jamie Delano war immer schon schwurbelig. Das kann man mögen, das kann man aber auch als das sehen, was es ist: Schwurbeligkeit. Aufgrund der epochalen Dimensionen seiner Geschichte um eine nahezu unsterbliche Familie lässt er sich viel Zeit mit allem und eröffnet lieber noch einen verwirrenden Strang, statt bestehende zu verflechten. Das sollte wohl später in einem furiosen Finale passieren; es kam anders: DC stellte die Serie ein und Delano musste in einem überhasteteren Ende aufwischen. [Weiterlesen]

B.P.R.D. – Vampire 1-5 (Mignola/Bá/Moon)

Mignola erzählt gemeinsam mit Gabriel Bá und Fábio Moon eine kleine Geschichte über den nicht weiter bekannten oder bedeutenden B.P.R.D.-Agenten Simon Anders, der sich auf macht, die Wurzel seiner Alpträume auszureißen. Auf der Suche nach Vampiren geht es in tschechische Schlösser und unter die Erde, was Bá und Moon ausreichend düster aber mitunter mit einem etwas zu lieblos-gefälligem Strich umsetzen.

Leider wird es in Tschechien dann konfus und der klare Faden, an dem entlang der Vampirjäger sich seinem Tagesgeschäft widmet, verknotet und verknäult sich zu einer wirren Geschichte. Irgendwann geht es dann mehr um Hexen als um Vampire und der ehemalige Vampirjäger ist plötzlich selbst ein Untoter; ein unauflösbares Mythen-Knäuel. Besonders bemüht die Gastauftritte von Hellboy und Varvara, um den verzichtbaren Unsinn in das B.P.R.D.-Universum einzubinden.