Hi-Ha-Hummus. Israel 2017: Touchdown in Tel Aviv

Die Wandervögel sahen sich mit einem Resturlaubs-Problem konfrontiert. 14 Tage im November. Zu viel, um sich den Hintern auf dem heimischen Sofa breit zu sitzen, zu wenig für die nächsten Wunschkandidaten Brasilien, Uganda und Ruanda. Was tun? Auf der Suche nach einem moderat weit entfernten Land von überschaubarer Größe, mit annehmbaren Temperaturen entschied sich die zweiköpfige Findungskommission für Israel, das Marokko knapp den Rang ablief. Die Checklisten abgearbeitet, die Rucksäcke vollgestopft, das Taxi bestellt und ab dafür.

Der wesentliche Vorteil des Bereisens einer vergleichsweise naheliegenden Destination ist die vergleichsweise kurze Anreise; der wesentliche Nachteil liegt in der Anekdotenlosigkeit selbiger. Bemerkenswert ist allenfalls die Unstrukturiertheit des bei der Zwischenlandung aufzusuchenden Istanbuler Flughafens. „Hallo! Einmal das Gepäck durchwühlen lassen. Wir müssen prüfen, ob Sie im Flugzeug aus Plastikbesteck und Servietten eine Bombe gebaut haben. Weitergehen. Hallo, Sie da! Hier entlang. Ab in den Schlachtviehtransport auf das Rollfeld. Aussteigen! So, nun bei Windstärke 8 und Starkregen einsteigen.“ Immerhin Wandervogel 1 sah dank vorsorglicher 3-Wetter-Taft-Behandlung im Anschluss blendend aus. Wandervogel 2 eher so begossener-Pudel-Style.

Gestählt von Einreise nach China ist der Immigrationsprozess in Tel Aviv lachhaft. Nur eine knappe Dreiviertelstunde stehen sich die Wandervögel die Beine in den Bauch, um auf knallharte Fragen, wie die nach dem Grund der Einreise oder Bekannten, gelangweilt zu antworten. Statt eines Stempels in die Reisepapiere gibt es eine personalisierte Einsteckkarte – aber nicht verlieren, bitte. Nur ohne „bitte“, denn Freundlichkeit ist ein K.O.-Kriterium beim Zöllner-Bewerbungsgespräch, wo nur die Maulfaulen, gelangweilt Dreinschauende oder Lethargische in die Endrunde kommen. Aber immerhin kann man so nach der Ausreise leugnen, das Land je besucht zu haben.

Die Freude über die ersten Schekel – was für ein Name für eine Währung – währt kurz. Der Automat spuckt nur große Schekel-Scheine aus. Allerdings soll die kosmische Balance bald wieder hergestellt sein, denn alles in Israel wird sich als teuer herausstellen. Nix mit Hummer am Strand. Die Fahrt mit dem umgebauten Minibus zur Herberge führt durch die spärlich erleuchteten Straßen der zweitgrößten Stadt des Landes. Für Erheiterung bei den Wandervögeln sorgt das Wechselgeld-System im öffentlichen Nahverkehr: Nach dem Platznehmen gibt man einen Schekel-Schein reihum bis zum Fahrer nach vorn, auf der anderen Seite geht das Rückgeld des Fahrers von Hand zu Hand retour. Ob der sozialen Kontrolle kommt alles an, schließlich auch die Wandervögel.

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