Gaijin. Japan 2019: Aquatischer Abschied von Okinawa

Nach der Flucht von der Gubbel-Insel irren die Wandervögel den Resttag durch Naha. Im Inneren des Unsinnsmarktes verbirgt sich der Fischmarkt, der wieder ein interessantes Geheimnis in sich trägt: In ersten Stock bereiten Köche neben eigenen Angeboten im Erdgeschoss erstandene Meeresspezialitäten zu. Da die Wandervögel aber nach ihrer Sushi-Kur weder Lust auf Seegurke noch auf Hummer verspüren, geben sie der örtlichen Miso-Suppe eine letzte Chance. Eine mittelgute Idee. Am Nachbartisch indes gibt es die Familienplatte.

Geschmacklich unbefriedigt plündern die geschmacklich Enttäuschten die örtlichen Supermärkte, um schließlich auf das kulinarische Gold Japans zu stoßen: Nissin U.F.O.-Nudeln, ein durch Glutamat und allerlei Chemikalien perfekt zerwürztes Fertiggericht in einer genialen, die Zubereitung ungemein erleichternden Verpackung. So gestärkt kommt den Wandervögel der Plan, wie sie ihren letzten in Nippon verbringen möchten. Bei den Fischen!

Aufgrund der absoluten Ermangelung tierischer Begegnungen entschließen sich die Wandervögel zu einem Besuch im Okinawa Churaumi Aquarium, dem immerhin zweitgrößten Wasserbecken der Welt. Hier treffen Sie nach zweistündiger Busfahrt dann auf Horden urlaubender Koriander nebst unerzogener Brut, die in völliger Ignoranz der allgegenwärtigen Hinweistafeln ihr Möglichstes tun, um die Kiementräger und Wandervögel zur Weißglut zu treiben. Immerhin die ersteren nehmen es dennoch gelassen.

So ziehen dann meterlange Walhaie (die die Wandervögel in Mexiko um drei Tage verpasst hatten und stattdessen zum Hochsee-Angeln aufgebrochen waren) friedlich neben Mantarochen im Becken ihre Kreise. Das entspannte Treiben der Meerestiere und allerlei akrobatische Kunststücke, die die springlebendigen Delfine zu Ehren der westlichen Gäste aufführen balsamieren die Seele der Reisen in so weit, dass Sie sich nach einer viel zu kurzen Nacht auf die Rückreise machen. Die Wandervögel sagen „Sayonara Nippon!“ in all seiner Finalität.

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