Hi-Ha-Hummus. Israel 2017: Aquatischer Abschied

Der letzte Tag beginnt mit einer Panikattacke. Das Telefon meldet per Kurznachricht, der Autovermieter habe nicht die vereinbarte Summe abgebucht, sondern einen vielfach höheren Betrag. Feueralarm. Die Vögel weisen die Bank an, die Knete nicht rauszurücken, bis der Sachverhalt geklärt ist. Das passiert dann auch ganz schnell, denn es war alles nicht so gemeint vom Vermieter, der sich nur für eventuelle Schadensfälle absichern wollte.

Nach der Achterbahnfahrt der Gefühle und bevor die beiden fünf Stunden lang im Egged-Bus nach Tel Aviv sitzen, wollen die Wandervögel sich noch einen letzten Strandtag gönnen, allerdings zieht es sie nicht nur an das, sondern größtenteils unter das Wasser. Nach dem erfolgreichen Verpassen des Strandbusses und dem anschließenden Gewaltmarsch in der sengenden Sonne, kommen die beiden am örtlichen Korallenriff an. Schnorchelnd funktioniert die Welt wie sie soll: Ruhe, bunte Fische, fertig ist der Lack.

Die lange Busfahrt zurück zum Ausgangspunkt der Reise ist ereignislos. Fast alle Insassen bemühen sich um eine Mütze Schlaf. Erfolg hat in dieser Hinsicht jedoch nur einer der Fahrgäste. Von Paparazzis unerkannt hat sich der israelische Meister im Schnarchen an Bord geschlichen und treibt alle, die nicht an Kopfhörer im Handgepäck gedacht haben, in den Wahnsinn. Wie er es schafft, vor jeder Pinkelpause aufzuwachen, um nach deren Ende ohne einzuschlafen direkt loszuschnarchen, ist Zeugnis seiner Meisterhaftigkeit.

Weil mal wieder Sabbat ist, ist in Tel Aviv nicht viel mit Bussen, also lassen sich die Scharchgeprüften mit einem Taxi zum letzten Nachtlager in Jaffa chauffieren. Im Herzen der mittelalterlichen Mauern, umgeben von Bars voller lebensbejahender junger, reicher und gut aussehender Menschen beziehen die Wandervögel ihr Quartier im zweiten Stock eines abgewrackten Altbaus – mit straßenseitigem Balkon über dem Nachtleben. Schlimmer noch als die heranwehenden 80er-Jahre-Hits wiegt der Nachbar, ein amerikanischer Straßenmusikant dessen Alleinstellungsmerkmal es ist, laut und schief Fantasietexte auf populäre Hits zu singen. Wenn er selbst kein Ende findet, das dicke Ende kommt bestimmt.