Xbox 360: Dead Island

Zu den schönsten Dinge im Leben gehört Urlaub in exotischen Ländern. Ebenfalls eine das Leben bereichernde Aktivität ist das Spielen von Videospielen, in denen Untote fantasievoll von ihrem Dasein erlöst werden. Eine Kombination beider Elemente findet sich in Dead Island (@deadislandgame) der polnischen Entwickler von Techland (@TechlandGames), die zuvor durch die Call-of-Juarez-Reihe auf sich aufmerksam machten. In Dead Island verschmelzen die malerischen Landschaften aus Far Cry und Just Cause mit dem hirnlosen Zombiegekloppe aus Dead Rising. Wenig verwunderlich, dass diese idyllische Gewaltorgie in Deutschland nicht veröffentlicht und wegen ihres jugendgefährdenden Inhalts indiziert wurde. Die BPjM erteilte dem Titel den Ritterschlag.

Beim Erwachen in einer Hotelanlage auf einer Urlaubsinsel in Papua-Neuguinea zwischen zahlreichen Leichen und stöhnenden Untoten bedarf es keiner Vorgeschichte. Zombie-Apokalypse! Zur Wahl stehen vier Spielfiguren mit unterschiedlichen Talenten. Es obliegt dem Spieler, die Ausbildung dieser Eigenarten zu fördern, wann immer die Spielfigur durch zahlreiche Zombietötungen genügend Erfahrungspunkte gesammelt hat. Amüsant – aber nicht getestet – mutet die Möglichkeit an, über Xbox Live  gemeinsam mit anderen Spielern die Wiederbelebten zu entleiben. Auf hieraus resultierende atmosphärische Schnitzer verweist ein treffendes Kotaku-Review. Leider steht kein lokaler Co-Op-Modus zur Verfügung.

Als Laufbursche für die Überlebenden schleicht, rennt und fährt die Spielfigur durch das Urlaubsresort, den benachbarten Slum, den vorgelagerten Urwald und endet auf der Gefängnisinsel. Es gilt Benzin zu besorgen, Autos mit Panzerung zu verschweißen, Apfelsaft zu organisieren und einen Friedhof von Zombies befreien. Neben den die Handlungen tragenden Pflichtaufgaben können Gefälligkeitsdienste für gutes Karma und Erfahrungspunkte erledigt werden. Zudem gilt es die Spielwelt zu durchsuchen, denn Batterien, Draht und Klebeband verwandeln die Machete in einen schneidigen Elektroschocker. Mit selbstgebastelten Nagelkeulen, vergifteten Schlagringen und Stromstöcken macht das Zombieklatschen dann noch mehr Freude.

Dead Island ist lang, weitläufig und immer wieder schwer, aber nie frustrierend. Doch all das macht – neben der Möglichkeit Gliedmaßen und Köpfe mit einem wohlgetakteten Knopfdrücken abzutrennen – den Reiz aus, denn so muss sich Zombie-Apokalypse anfühlen. Jede Hausmauer, jeder Baum, jede dunkle Ecke der Kanalisation kann eine Brutstätte des Bösen sein. Jeder Kampf, den man schlecht ausgerüstet mit einem zu dicken, fauligen, untoten Brocken anzettelt, kann der letzte sein. Dead Island unterhält unsensible, abgestumpfte, geschmacksbefreite und moralisch degenrierte Zeitgenossen für mindestens 20 Stunden, weitaus länger wenn allerlei dämliche Jobs erledigt werden. Allerdings entschädigt der Titel immer wieder: Unter tropischer Sonne Football-Helme tragende Zombies mehrfach mit dem Pickup-Truck zu überfahren, um ihnen anschließend einen Tritt zu versetzen und die Brieftasche zu klauen – nur ein winziger Aspekt des hirnlosen, kathartischen Vergnügens namens Dead Island.

2 Gedanken zu „Xbox 360: Dead Island

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