Punisher – The Tiger (Ennis/Severin)

Garth Ennis ist über ein William-Blake-Gedicht gestolpert. Er verwendet The Tiger als ein spät eingeführtes Leitmotiv für eine Geschichte, die ohne besser ausgekommen wäre. Denn Metaphern sind nicht gut für den Punisher.

Ebenfalls wenig erbaulich ist das Artwork von John Severin. Was bleibt ist ein unökonomisch erzählter Quark aus Schmonzette, Vietnam und Rache, die viel zu wenig Gewalt fährt. Punisher und Poesie… hätte man sich denken können.

Hawkeye 11-22 (Fraction/Aja)

Die Sicht aus den Augen eines Hundes, eine Silent-Issue in Gebärdensprache – so innovativ wie anstrengend; die Umsetzung, als hätte Chris Ware ein paar Tipps zur Gestaltung gegeben. Inhaltlich bleibt das Geschehen banal. Dennoch den Eisner Award 2014 für die beste Einzelausgabe verdient.

Aber das Leben von Cliff Barton als Nicht-Avenger ist eben einfach nicht so aufregend. Auch das seines Bruders oder von Kate Bishop nicht. Doch kein Ärgernis, weil Fraction häufig multiperspektivsch arbeitet und Triviales aus anderen Winkeln erneut präsentiert, um so den Fokus immer weiter zu öffnen und bewusst unklar Dargestelltes oder Fragmentiertes nachträglich zu präzisieren.

Fraction erzählt mit einem Blick für die Details, die Barton, der im Nebenjob Hausmeister ist, menschlich machen. Die Schattenseite des Superhelden-Daseins ist eben, dass das Alltägliche noch trivialer erscheint. Die Schattenseiten des Runs sind die Ausgaben, in denen Aja und Hollingsworth an Francavilla, Wu & Co. übergeben.