Punisher Max 1-5 (Aaron/Dillon)

Jason Aaron ist ein veritabler Garth-Ennis-Ersatz, aber nach Jahren im Punisher-Dreamteam weiß Steve Dillon – möge er in Frieden ruhen – eben auch alleine, wie man Stimmung für einfache Menschen macht; aus den Höhlen hängende Augäpfel und gesprengte Pferde inklusive.

Immer schön geradeaus und gemächlich fährt der Pferdewagen auf seiner Tour de Force durch die Neugeborenenstation. Das ist aber nichts Besonderes nach all den Ennis/Dillon-Touren. So ist was bleibt eben auch nichts Denkwürdiges, aber wieder mal eine Reise entlang der Grenzen der Geschmacklosigkeit, die unterhält.

Bamm.

Lodger 1-5 (Lapham)

Lapham ist zu verliebt in die Struktur, was die Erzählung, die aber nicht genial ist, und die Handlung unnötig kompliziert und streckt. Kontrastierend tumb dann die externen Monologe mit dem Revolver, weil die Protagonistin keinen Hund hat.

Zudem sehen alle Figuren gleich aus, was es noch schwerer macht. Oder sie sehen plötzlich anders aus, was die Sache nicht vereinfacht. Vielleicht soll es auch Unverlässlichkeit in der Erzählweise sein. Oder eine Psychose der Hauptfigur. Formalismusverliebtheit.

Lapham verlangt, dass man sich für die Leerstellen im Plot so lange interessiert, bis er die Lösung serviert. Also alle Lösungen für alle Leerstellen in der letzten Ausgabe. Erst kaputt machen, dann heilen.

Das alles kann man machen, aber dann muss die Geschichte linear chronologisch stärker sein.

Am Ende Enttäuschung.

Dann doch lieber Brubaker/Phillips.